Der Darm unserer Pferde

Der Darm unserer Pferde ist ein hoch sensibles Organ. Über viele Jahre hat sich der Organismus unserer Pferde an ein bestimmtes Nahrungsspektrum evolutionär angepasst, das vor allem aus frischen oder abgestorbenen faserigen Pflanzen bestand und in kleinen Portionen aufgenommen wurde. Alle Verdauungsorgane waren so eingerichtet, dass bei Aufnahme und Verzehr von Gräsern und Steppenkräutern einschließlich deren Samen der Normalbedarf an Nährstoffen gedeckt wurde. Dadurch waren die Pferde bis zu 18 Stunden mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Fresspausen wurden nach eigenen Bedürfnissen eingelegt.

Über die Jahre hat sich die Haltung und Fütterung massiv verändert, was sich auch auf den Darm auswirkt. Ein wesentliches Merkmal der heutigen Fütterung: In der modernen Pferdehaltung wird zwei bis dreimal am Tag gefüttert. Dabei gibt es größere Mengen an Kraftfutter, die es zu verdauen gilt.

Das empfindliche Gleichgewicht des Darms ist schnell gestört – Stress, plötzliche Futterumstellung, verdorbenes Futter oder zu wenig Raufutter, um einige Beispiele zu nennen!

Der Darm unserer Pferde ist etwa 30 Meter lang. Wir unterteilen ihn in Dünndarm und Dickdarm. Im etwa 20 Meter langen Dünndarm findet die Verdauung der meisten Nährstoffe statt. In den Schleimhäuten befinden sich Drüsen, die die notwendigen Darmsäfte produzieren. Zucker, Stärke, Eiweiß und Fette werden im Dünndarm abgebaut und absorbiert.

Der Dickdarm setzt sich aus verschiedenen Abteilungen zusammen: Der erste Abschnitt des Dickdarms ist der Blinddarm. Ihm folgen Grimmdarm (kleiner und großer) und Mastdarm. Beim Blinddarm handelt es sich um eine große Gärkammer mit einem Fassungsvermögen von ca. 50 Litern, hier werden mithilfe von Bakterien und Mikroben die rohfaserhaltigen Futterbestandteile zerlegt. Die aus dem Zelluloseabbau entstehenden flüchtigen Fettsäuren werden sofort von der Darmwand resorbiert.

Aus der Entwicklung können wir erkennen, dass es darum gehen muss, den Darm bestmöglich zu unterstützen, da bei Fragen der Fütterung besonders die Herkunft des Pferdes aus der Steppe bedacht werden muss. In kleinen Artikeln haben wir einige Besonderheiten und Empfehlungen für den Darm zusammengefasst.

Fehlen euch Informationen oder habt ihr weitere Fragen zur Fütterung eurer Pferde? Dann nutzt das Kontaktformular hier auf unserer Website und stellt uns eure Fragen!


Heinrich Eggersmann
Futtermittelwerke GmbH
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Deutschland

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