Wenn der Weidegang zum Problem wird

Die Hufrehe ist eine sehr schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut. Diese einfache Erklärung steht allerdings für einen sehr komplexen Vorgang und hat viele noch immer nicht völlig geklärte Ursachen.

Nicht alle Pferde reagieren gleichermaßen auf Störungen mit dem Beginn einer Hufrehe. Stress, übermäßige Belastung durch harte Böden, Hormonstörungen, Medikamentenreaktionen oder Infekte können der Huflederhaut nur bei empfindlichen Pferden zusetzen. Die wohl häufigste Ursache liegt aber in der Fütterung.

Landläufig wird die Entstehung der Hufrehe fälschlicherweise mit einer Eiweißüberversorgung über das junge Weidegras in Verbindung gebracht. Diese Theorie hat ausgedient – die wahren Übeltäter lauern vermutlich im „Reich“ der Kohlenhydrate.

Stärke und Zucker als Verursacher

Jede plötzliche Futterumstellung kann Hufrehe auslösen. Dazu gehört das Überfressen an der Futtertonne ebenso wie der schnell Wechsel der Stallfütterung zum jungen Frühjahrsgras. Allerdings liegen die Ursachen wiederkehrender Hufrehen, wie schon vermutet, im Weidegras selbst. Sog. Fructane, komplexe Zuckermoleküle in Gräsern, werden als Auslöser verantwortlich gemacht. Diese leicht vergärbaren Kohlenhydrate des Grases befinden sich hauptsächlich im Grasstängel und dienen den Gräsern sowohl als Speicherreserve wie auch als Frostschutzmittel.

Allen Ursachen gemein, wird die Hufrehe nicht im Huf selbst, sondern in den Gärkammern des Dickdarms durch eine Übersäuerung, der sog. Acidose, ausgelöst.

Vom Darm in die Hufe – eine Kettenreaktion

Werden die Darmbakterien – durch welche Ursache auch immer – plötzlich mit ungewohnter Kost konfrontiert, werden empfindliche Gleichgewichte gestört. Durch die entstehende Übersäuerung des Darminhaltes setzt ein Bakteriensterben ein. Die dabei freigesetzten Giftstoffe gelangen durch die gereizte Darmwand in die Blutbahn und verstopfen die Gefäße der Huflederhaut. Es entstehen kleine „Infarkte“, die letztlich zu einer umfassenden Huflederhautentzündung und damit zu sog. „Hufrehe“ führen

In welchen Gräsern findet man Fructane?

Fructane sind in bestimmten Grasarten, besonders in dem typischen Pferdegras, dem Weidelgras, in hohen Konzentrationen enthalten. Andere Gräser wiederum, wie z.B. Leguminosen/Kleesorten, haben als Speicherkohlenhydrate die Stärke und sind fructanarm. Der Fructangehalt von Weidelgräsern ist besonders hoch bei Aufwüchsen, bei niedriger Stickstoffdüngung und bei kühlen Nachttemperaturen mit tagsüber hoher Sonneneinstrahlung.

Regeln für hufrehegefährdete Pferde:

Lassen Sie empfindliche Pferde während der Wachstumsperiode nicht bei sonnigem und gleichzeitig frostig-kaltem Wetter  auf die Weide. Bei diesen Wetterlagen bilden sich besonders viele der sog. Fructane.

Grassorten mit geringen Frutangehalten säen (Alfalfa, Knaulgras, Wiesenschwingel, Wiesenrispe)

Im Herbst und Frühjahr ein umsichtiges Weidemanagement einplanen. Der erste Aufwuchs, bei Weiden auch mehrere aufeinanderfolgende Frühjahrsaufwüchse, enthalten mehr Fructane als die Sommer- und Herbstaufwüchse. Evtl. nachts weiden lassen.

Die Pferde nicht auf abgemähten Weideflächen oder bereits von Rindern abgeweideten Weideflächen weiden lassen.

Je weniger die Weiden mit Stickstoff gedüngt werden, umso höhere Fructangehalte erreichen die Pflanzen. Entgegen landläufiger Meinung muss im Falle der Hufrehe-Prophylaxe das Düngemanagement überdacht werden.

Futterumstellungen langsam vornehmen; Futterchargen über eine Woche verschneiden.

Bei hufreheerkrankten Pferden: Zunächst nur gutes Heu und Mineralfutter weiterfüttern und einen Salzleckstein anbieten.

Benötigen Hufrehe Kandidaten eine Zufütterung, sollte getreidefreies Futter eingesetzt werden. Hier haben wir mehrere Sorten zur Verfügung, die individuell eingesetzt werden können:

ReVital Cubes ist ein hochwertiges, stärke- und zuckerarmes pelletiertes Spezialfutter.

Struktur getreidefrei entlastet durch den niedrigen Stärke- und Zuckergehalt den Stoffwechsel, mit hohem Rohfasergehalt.

Kräutermineral getreidefrei unser Spezialmineralfutter, zeichnet sich durch den niedrigen Stärke- und Zuckergehalt aus und entlastet den Stoffwechsel.

Green Power für intensiver trainierte Pferde, die trotzdem getreidefrei gefüttert werden müssen, mit optimalem Eiweiß- und Energieverhältnis und hohen Nährstoffgehalten sorgen für Leistungsbereitschaft und einen effektiven Muskelaufbau.

Weserland Mash – getreidefrei,  mit prebiotisch wirksamen Naturstoffen, ist frei von Melasse, Getreide und Weizenkleie.

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