Marianne Hähnel
Am 01.09.1966 wurde ich in Regensburg als einziges Kind meiner zwar tierlieben, aber pferdeunerfahrenen Eltern geboren. Meine Mutter hätte mich viel lieber im Ballettröckchen gesehen, doch gelang es mir im zarten Alter von 3 Jahren diesen Traum zu vereiteln. Mein Vater kaufte mir (9-jährig) nach einem Jahr Reitunterricht das erste Pony (Welsh 120 cm Stockmaß), welches uns auch gleich im Februar 1976 ein Hengstfohlen brachte, dass wir leider nicht behalten konnten. Durch den Umzug von Barbing nach Sinzing kam ich doch wieder zum Reitunterricht. Der Bau eines eigenen Stalles ermöglichte uns ein weiteres Pferd zu kaufen, da ich für das Pony zu groß geworden war. Der Tschechische Trakehner mit einem Stockmaß von 170 cm, war jedoch etwas zu viel für mich, was ich nach 5 Jahren auch einsah. Von 1987 bis 1989 (beruflich in Schorndorf bei Stuttgart) folgte eine Zeit ohne eigenes Pferd, doch Reitstunden und Pflegepferde brauchte ich doch zum Glücklichsein. Nach der Rückkehr nach Sinzing im Sommer 1989 kauften wir den ersten Araber und damit fing alles erst richtig an: Dressur, Springen, Distanzreiten und Zucht.
Nach der Geburt des Championatspferdes Baida in Nahar II zogen wir auf den im Bayerischen Wald bei Falkenstein gelegenen Bauernhof, den wir nach und nach renovieren und ausbauen für unsere Zucht und für den Distanzsport. Als Veranstalter von Distanzritten und der Einrichtung einer Wanderreitstation haben wir uns in den letzten 9 Jahren einen guten Namen gemacht.
Dressurprüfungen stehen, wenn zeitlich möglich seit 1991 auf dem Programm, da Dressur für alle Sparten der Reiterei die Grundlage schafft. Nur ein rittiges Pferd, das sich selbst trägt, ist fähig viele Jahre gesund über die lange Strecke zu kommen. Die besten Pferde aus unserem Stall sind selbst aufgezogen und ausgebildet worden. Doch auch Problempferden nehmen wir uns gerne an, dabei sollte man aber bedenken - den schnellen Erfolg gibt es nicht.

Unser Championatspferd startete 4-jährig in E-Dressuren und A-Dressurpferdeprüfungen. 5-jährig auf zwei 30 km-Einführungsritten. 6-jährig auf 2 KDR (jeweils 40 km) und auf einem Einführungsritt. (30 km). 7-jährig zum ersten mal auf je zwei 60 und 80 km und erst 9-jährig auf 120 km und Mehrtagesritten z.B. Bavarian Trail 240 km. Der Erfolg zeigte sich unter anderem auch im Gewinn des Bayern-Cups 2002. Nebenbei sammelten wir weitere Erfahrungen in der Dressur mit einer unserer Stuten sogar bis Klasse L. 2003 kamen wir zum ersten Mal auf einen Hundertmeiler die Deutsche Meisterschaft in Birstein (7. Platz); anschließend bewarben wir uns mit diesem Erfolg für einen Kader-Platz und hätten damit die Kriterien für Punchestown erfüllt gehabt doch leider zu spät und die Erfahrungen hätten auch Wünsche offen gelassen.

2004 wurden wir dank sorgfältiger (Dressur-)Vorbereitungen Deutsche Vizemeisterin in Löffingen und Bayerische Vizemeisterin in Glonntal. Diese Erfolge hatten die Verantwortlichen überzeugt und uns in den A-Kader berufen. Damit hatten wir auch die Fahrkarte zur WM nach Dubai, doch diesmal verzichteten wir zugunsten unseres Pferdes (Klima und Futterwechsel). 2005 erfolgte unser erster Auslandsstart (Bábolna/Ungarn - 120km 2. Platz) und erneute Teilnahme an der DM in Aachen (5. Platz). Fünf Tage später kam der Anruf Ihr seid in Compiégne/FRA auf der EM dabei.
Wir hatten etwas Startschwierigkeiten in der Vorbereitung (Beschlag war auf 2 Wochen früher ausgelegt); bei der Anreise (Autopanne nach 130 km) sowie beim sehr frühen Start auf der Rennbahn dennoch waren wir eine von 3 deutschen Teilnehmern, die das Ziel erreichten; d. h. wir hatten wieder ein deutsches Team in der Wertung. Das nächste Ziel wird die WM in Aachen sein und die Deutschen haben durchaus eine Chance auf Mannschafts-Bronze.

Nebenbei möchten wir gerne unsere zwei Nachwuchspferde gelegentlich auf Distanzritten einsetzen, die bereits auch schon Erfahrungen auf kurzen und langen Distanzritten gesammelt haben. Natürlich ist dies keine Gewähr, dass beide Pferde auch für einen Hundertmeiler geeignet sind.
Wir werden die Hände nicht in den Schoß legen, sondern weiterarbeiten und züchten der Nachwuchs ist sehr viel versprechend.



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