Mein EMH® Bonus Konto
Erfahrungsberichte
Lieferprogramm
Zertifikate

Friedel Sielemann - Vom Jagdreiter zum Kaderfahrer

Man nennt ihn auch Mister Tausendprozent. Denn mit hundert Prozent hat er sich bisher nie zufrieden gegeben. Friedel Sielemann, Jahrgang 1952, hat erst vor sechs Jahren zum ersten Mal die Leinen in der Hand gehalten, nachdem er sich, als der so genannte Kutschen-Boom ausbrach, noch über seine Mitreiter lustig machte, die aus reiner Lust am Fahren einen Fahrkurs belegt hatten. "Und das soll nun Spaß machen?" fragte er hämisch beim Zuschauen, nicht ahnend, dass er kein Jahr später selbst der Faszination, vom Bock aus die Pferde zu beherrschen, erlegen sein sollte.

Bis dahin hatte er sich gemeinsam mit seiner Frau Heike jahrelang als Pikör bei der Lipperland-Meute ausschließlich dem Geländereiten verschrieben. Das ist längst Geschichte, denn in letzter Konsequenz kann man laut Friedel Sielemann nur das Eine oder aber das Andere hundertprozentig machen, und das Wichtigste ist für ihn jetzt Gespannfahren. Im Turniersport zweispännig und für die eigene Freude sogar vierspännig.

sielemann01.jpg

Sein erstes Turnier fuhr Friedel Sielemann 1997 im heimischen Reit- und Fahrverein Ubbedissen. Schon bei seinem zweiten Start eine Woche darauf im lippischen Eschenbruch siegte er mit den ursprünglichen Jagdpferden Märlin und Acapulco ganz unspektakulär in der Kombination. Von da an gab es praktisch kein Halten mehr, der Ehrgeiz war geweckt. Es wurden Kutschen angeschafft für Marathon- und Dressurfahren, entsprechende Transportfahrzeuge mussten her. Riesen-Investitionen, die, wie man sich vorstellen kann, sein Umfeld erstmal komplett verblüffte.

Mit seiner Frau und einer weiteren Helferin sowie zwei zusätzlich erworbenen Pferden, dem Oldenburger Gatsby und dem Westfalen Dandy, entstand das Team Sielemann, auf das in der Saison 2000 ein Sponsor, das Wuppertaler Kutschenkontor, aufmerksam wurde. Unmittelbar danach meldete auch die Firma ZILCO-Geschirre Interesse für ein Sponsoring an, die als Hersteller von pflegeleichten Geschirren aus Kunststoff ihren Bekanntheitsgrad in der Fahrerszene steigern möchte.

Fast gleichzeitig bot sich ihm die Möglichkeit, auf Gut Menkhausen in Oerlinghausen einen separaten Stall mit Boxen, Scheune für die Kutschen, Heu- und Strohlager und Weide anzumieten. Der Besitzer des Anwesens kann sich glücklich schätzen, denn es gibt nicht Viele, die solch ein idyllisches Objekt, wunderschön im Teutoburger Wald gelegen, nicht einfach nur benutzen, sondern sich auch dafür verantwortlich fühlen. Und das alles neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Beamter in der Justizvollzugsanstalt, welche zudem noch mit Schichtdienst verbunden ist. Da bleibt kaum noch Zeit für andere Dinge, in Urlaub fahren und die Pferde anderen überlassen ist für das Ehepaar Sielemann undenkbar.

Kompromisse geht Friedel Sielemann nur ein, wenn es um das Team geht. Wenn seine Frau, die als Altenpflegerin ebenfalls Schichtdienst versieht, nicht als Beifahrer mitfahren kann, wird eben an dem Turnier nicht teilgenommen. Wenn ein für die Prüfung vorgesehenes Pferd nicht absolut fit ist, bleibt es zu Hause. Aller Ehrgeiz in Ehren, aber nicht auf Kosten anderer.

Hier spiegelt sich seine Grundeinstellung wider, dass nur pferdegerechte Haltung, ordentliche Pflege mit regelmäßigem Hufbeschlag, tierärztlicher Kontrolle und ausreichender Bewegung zum Erfolg beitragen. Wobei Erfolg für Friedel Sielemann mehr ist, als Schleifen sammeln. Erfolg ist für ihn untrennbar verbunden mit persönlichem und finanziellem Einsatz und nur, wenn er seinen Pferden und seinem Sport gerecht wird, hat er Spaß daran. Als unerlässlich erachtet er deshalb die regelmäßigen Trainingsstunden bei Ulrich Kell in Gütersloh und gelegentliche Unterrichtseinheiten bei Michael Freund.

sielemann02.jpg

Für uns ist Herr Sielemann seit fünf Jahren als nebenberuflicher Mitarbeiter tätig und auch hier begegnen wir wieder seinem Wahlspruch, dass Ehrlichkeit vor persönlicher Bereicherung steht. Von "Hüchel", wie man auf dem Bielefelder Land sagt, will er nichts wissen. Er steht persönlich zu dem, was er verkauft, nicht zuletzt, weil er uneingeschränkt von der Qualität der Eggersmann-Produkte überzeugt ist. Dabei hat er nie versucht, seine Mitstreiter zum Kauf der von ihm vertriebenen Futtersorten zu überreden. Auch hält Friedel Sielemann sich nicht für einen Fütterungsexperten. Er sagt deutlich, was er selbst füttert, welche Erfahrungen er damit gemacht hat, wie seine Pferde darauf reagieren - und fertig. Und wenn er einem Pferdebesitzer unverbindlich einen Probesack gebracht hat und der potenzielle Kunde meldet sich nicht wieder, ist Herr Sielemann der Letzte, der wie ein Versicherungsvertreter hinter ihm her läuft, um sich mit weiteren Gratisproben Geschäft zu erkaufen.

Pläne für die Zukunft? In die nächst höhere Kaderklasse der Zweispännerfahrer berufen zu werden. Ob und wann ihm der nächste Karriereschritt gelingt, hängt von vielen Komponenten ab, vor allem von gesunden Pferden. Wir wünschen ihm dazu Glück und Erfolg.

***

Fütterungsplan:
In der Saison Hafer als Grundfutter und als Ergänzung High Energy mit Knoblauch Plus. Letzteres bewährt sich insbesondere gegen Mücken und Fliegen.
Außerhalb der Saison als Grundfutter Hafer und als Ergänzung Struktur Equichamp und Kräutermüsli sowie Knoblauch Plus.


Erfolge seit 1997: Knapp 100 Siege und Platzierungen in den Klassen A und M, errungen in ganz Deutschland von Baden über Meißenheim nach Ostfriesland bis in die neuen Bundesländer. Schönster Erfolg war jüngst der vierte Platz in der Geländeprüfung beim Deutsche Meisterschafts-Fahrturnier in Lähden.

Helga Koch

Choose your language